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Dermatomykose – alles über durch Pilze verursachte Hautkrankheiten!

Im Begriff Dermatomykose selbst wird seine Bedeutung schon deutlich: Der altgriechische Begriff „mýkēs“, was so viel wie Pilz bedeutet, wird mit dem Wortstamm „derma“, für Haut, verbunden. Die Dermatomykose bezeichnet also den Krankheitsbefall der Körperoberfläche durch Pilze. Sie ist damit synonym für eine Pilzinfektion oder Pilzerkrankung, die sowohl zwischen Mensch und Mensch (antrophophil), als auch zwischen Mensch und Tier (zoophil) und bei Kontakt mit dem Erdboden (geophil) übertragen werden kann. Alles zum Thema gibt es hier.

Was sind die Ursachen und Symptome einer Dermatomykose?

Dermatomykose ist der medizinische Fachbegriff für verschiedene Pilzinfektionen der Haut, die Mykosen, die in unterschiedlichen Körperbereichen der menschlichen Anatomie vorkommen können. Die von verschiedenen Pilzen hervorgerufenen Hautkrankheiten werden demzufolge unterschiedlich benannt. Zu den Hauptsymptomen von Pilzinfektionen, die sowohl von Mensch zu Mensch über engen Körperkontakt, als auch von Tieren oder kontaminierten Gegenständen übertragen werden, gehören:

  • starker Juckreiz
  • brennende Hautentzündungen
  • Rötungen
  • Schuppungen
  • sonstige Hautveränderungen

Je nach Körperbereich, der von einem Pilz befallen ist, werden voneinander unterschieden:

  • Fusspilz
  • Kopfpilz
  • Handpilz
  • Leistenpilz
  • Scheidenpilz
  • Pilzinfektion der behaarten Haut

Des Weiteren können systemische Mykosen in den Blutkreislauf der befallenen Person eindringen und innere Organe schädigen. Dies tritt vor allem bei Personen mit geschwächtem Immunsystem auf.

Welche Pilze oder Schimmelpilze sind für eine Pilzerkrankung verantwortlich?

In der medizinischen Diagnostik sind vor allem Hautpilze folgender Gruppen und Taxa von höchster Relevanz:

  1. Dermatophyten (Fadenpilze): Dermatophyten ernähren sich hauptsächlich von Kohlenhydraten und Keratin. Sie gehören zu der Gruppe der Fadenpilze von denen es derzeit mehr als 38 bekannte pathogene Erreger für Tier und Mensch gibt. Diese pathogenen Dermatophyten können wiederum in drei Gattungen unterteilt werden, die jeweils andere Arten und Kulturen ausbilden können. Diese sind Microsporum, Trichophyton und Epidermophyton.
  2. Hefen: Hefen sind einzellige Organismen, die sich durch Teilung und Sprossung vermehren. Eine Mykose wird hauptsächlich durch den Hefepilz Candida albicans ausgelöst, der die Haut gesunder Menschen friedlich besiedelt. Bei einer Immunschwäche wird der Pilz zu einem pathogenen Erreger. In sehr seltenen Fällen führt der Brandpilz Malassezia furfur zu Hautverschorfungen. Auch dieser Pilz besiedelt die Hautflora nahezu jedes Menschen.
  3. Schimmelpilze: Die Schimmelpilze sind eine grosse Klasse filamentöser Pilze, die sowohl als Nützling als auch als Krankheitserreger und Parasit auftreten können.

Welche Formen von Hautpilzerkrankungen werden voneinander unterschieden?

In der Diagnostik wird die Tinea der Haut durch verschiedene Fadenpilze ausgelöst und nach Lokalisationsort unterschieden. Krankheitsbilder mit Beteiligung von Hefen werden hingegen Candidosen genannt. Unterschieden werden Tinea nach Lokalisation:

  • Tinea corporis et facei wird durch nahezu alle Dermatophyten ausgelöst, hauptsächlich jedoch durch den Erreger Trichophyton rubrum. Der Erreger verursacht eine Follikulitis (Entzündung des Haarbalgs) und tritt primär bei Männern in Bart- und Halsbereich auf.
  • Tinea capitis: Der Kopfpilz tritt vor allem am behaarten Kopfbereich aus und wird durch Dermatophyten ausgelöst.
  • Tinea pedis tritt in der Regel an den Fusssohlen und Zehenzwischenräumen auf und ist allgemein als Fusspilz bekannt. Hauptverursacher von Fusspilz ist Trichophyton rubrum.
  • Tinea manuum wird an der Hand lokalisiert und demzufolge Handpilz genannt. Er ist von den Füssen übertragbar, da es sich um denselben Erreger handelt.
  • Tinea intertriginosa: Wie der Name bereits verrät, wird dieser Hautpilz vor allem in den Körperfalten ausgelöst und ist eine weitere Variante der Tinea corporis.
  • Tinea inguinalis ist die inguinale Form (Leiste) der Tinea intertriginosa.

Die Candidosen sind:

  • Intertriginöse Candidose ist vor allen Dingen in den Körperfalten vorzufinden. Sie tritt oftmals in Verbindung mit Diabetes in Erscheinung.
  • Interdigitale Candidose tritt besonders häufig an Händen und Füssen auf und wird durch schlechte Hygiene begünstigt.
  • Folliculitis barbae candidamycetica, besser bekannt als Bartpilzflechte. Es handelt sich um eine von Candida-Arten hervorgerufene Follikulitis.
  • Pityriasis versicolor: Infektion des oberen Rumpfbereiches durch den Hefepilz Malassezia furfur.

Wer ist von einer Pilzinfektion besonders häufig betroffen?

In der Dermatologie sind bei der Diagnose von Pilzerkrankungen vor allem Männer betroffen sowie Personen die durch Krankheiten immunschwach geworden sind. Fusspilz als häufigste Form ist vor allem durch Übertragung infektiös. Zudem werden Pilze durch Feuchtigkeit und Hitze aktiv.

Welche Faktoren begünstigen die Infektion mit einem Hautpilz?

Zu den Risikofaktoren einer Infektion mit Dermatophyten zählen:

  • Verletzungen der Hautschichten
  • Schwitzen
  • hohe Luftfeuchtigkeit
  • Geschlecht
  • genetische Disposition, Erkrankungen

Die häufigsten Ursachen für eine Hefepilzinfektion (Candidose) sind:

  • Diabetes mellitus
  • Immunsuppression
  • HIV-Infektion
  • Antibiotika Therapie
  • feuchtwarmes Klima

Wie erfolgt die Behandlung und Therapie einer Pilzerkrankung?

Die Behandlung einer Hautpilzerkrankung erfolgt in der Regel mit Antimykotika (Pilzmittel), die auf die betroffene Stelle aufgetragen werden. Bei Verdacht auf Dermatophyten wird nach der Untersuchung die Behandlung mit folgenden Wirkstoffklassen vorgenommen. Für die lokale Therapie:

  • Azole
  • Allylamine
  • Hydroxypyridone
  • Morpholine

Für die systemische Therapie:

  • Azole
  • Allylamine

Bei Candidosen werden zur Behandlung hingegen folgende Wirkstoffe genutzt:

  • Nystatin
  • Amphotericin B
  • Imidazole
  • Hydroxypyridon

Was ist bei der Diagnostik der Dermatomykose zu beachten?

Hauterkrankungen sollten von einem Spezialisten in Form eines Hautarztes (Dermatologen) untersucht werden. Symptome wie Jucken, Brennen oder Entzündungen veranlassen den Arzt zur Abnahme einer Gewebeprobe, die mikroskopisch sowie auf einem Nährboden untersucht wird. Der Erregernachweis ist für eine erfolgreiche Therapie unumgänglich.