Leider unterstützen wir Internet Explorer nicht mehr.

Bitte verwenden Sie Microsoft Edge, Google Chrome oder Firefox.

Zurück zur Artikelübersicht

Keloide Narben – auslösende Faktoren und Behandlungsweisen in der Dermatologie

Verletzungen oder Operationen sind für jeden eine starke Belastung. Hin und wieder treten nach solchen Prozessen weitere Komplikationen auf, beispielsweise wenn die OP-Naht nicht richtig verheilt oder sich wulstige Narben bilden, die als Keloide bezeichnet werden. Selbst beim Stechen eines Ohrrings kann eine ähnliche Verletzung zustande kommen. Eine keloide Narbe wirkt wie eine Hautwucherung und kann auch gesunde Hautareale einnehmen. Eine Behandlung beim Hautarzt ist sehr langwierig, aber möglich.

Was sind keloide Narben?

Im gesunden Zustand der Haut ist eine Balance zwischen der Bildung von Bindegewebe und seinem Abbau gewährleistet. Das ermöglicht die optimale Wundheilung. Bei der Keloidenbildung dagegen ist dieser Prozess gestört. Dadurch entsteht ein überschiessendes Wachstum von Fibroblasten, den Zellen des Hautgewebes. Keloide Narben sind Wulstnarben, die entweder das Narbengewebe selbst betreffen oder auf die gesunde Haut übergehen können. Dann entsteht eine Schwellung und Wucherung mit rötlicher Färbung, die als hypertroph bezeichnet wird. Gekennzeichnet sind solche Narben durch eine übermässige Neubildung von Bindegewebe, meistens während des Heilungsprozesses einer bestimmten Hautverletzung oder Naht. Das Ganze sieht auf der Haut zwar nicht besonders ästhetisch aus, es handelt sich jedoch um einen gutartigen Hauttumor. Je nachdem, wo Keloide auftreten, kann es aber zu Bewegungseinschränkungen oder einem Juckreiz kommen.

Welche Symptome kennzeichnen eine keloide Narbenbildung bei Verletzungen?

Die Symptome und Auswirkungen sind nicht immer auf den ersten Blick zuzuordnen, besonders wenn es sich um geringfügigere Verletzungen handelt. Bei stärkeren Verletzungen ist das schon einfacher.

  • Zunächst wirken Keloide wie ein klassisches Narbengewebe, sind härter, weniger elastisch als deine übrige Haut, meistens auch weniger durchfeuchtet und stark gerötet.
  • Die Schwellung ist jedoch grösser und spannt.
  • Keloide Narben können auch das gesunde Hautareal in der Nähe mit einbeziehen.
  • Ein rötlicher Wulst sitzt dann auf der weissen Haut und hebt sich auch in seiner Höhe ab.
  • Deine Haut ist an dieser Stelle weniger beweglich.
  • In sehr starker Auswirkung ist sogar die Grösse eines Fussballs möglich. Das liegt daran, dass die überschiessende Narbenbildung weiter voranschreitet, selbst dann, wenn bereits eine Behandlung und Therapie erfolgt.

Die Wucherung ist gutartig, jedoch für viele Patienten sehr belastend.

Was versteht die Dermatologie unter Fibroblasten?

Keloide entstehen durch eine überschüssige Produktion von Fibroblasten. Dabei handelt es sich um ortständige und spezifische Zellen des Bindegewebes, die für den Auf- und Abbau der Zellsubstanz und extrazellulären Matrix verantwortlich sind. Fibroblasten produzieren Kollagenfasern, die für die Festigkeit deiner Haut sorgen. Sie spielen nicht nur für Hautwucherungen eine Rolle, sondern auch bei Entzündungen durch Erkrankungen wie Rheuma. Weitere gutartige Tumore, die durch Fibroblasten entstehen, sind Fibrome. Bösartige Tumore nennen sich Fibrosarkome.

Welche Menschen sind anfällig für Keloide?

Die Ursachen für die Keloidbildung sind noch nicht vollständig erforscht. Die Dermatologie geht von einer erblichen und genetischen Veranlagung und einem bestimmten Hautniveau aus. So neigen bestimmte Menschen eher zu Wulstnarben und Gewebeveränderungen als andere, gerade auch nach Krankheiten, die Operationen notwendig machen. Die eigentlichen Prozesse der Narbenbildung und einer gestörten Wundheilung sind jedoch noch nicht bis ins letzte Detail bekannt. Es gibt aber Therapien und auf die Narbenbehandlung spezialisierte Ärzte. Menschen mit einer solchen Veranlagung neigen nicht dazu, dass ihre Wunden schlecht heilen, sondern es zeigt sich im Gegenteil eine schnellere Narbenbildung und Heilung, bei der die Haut mit Überwucherungen versehen wird. Das geschieht vermehrt im Bereich von Narben und Nähten. Sichtbar wird die genetische Neigung zu Keloiden erst, wenn eine grössere Verletzung vorliegt. Trotzdem kann der Prozess auch kleinste Hautverletzungen betreffen, so Insektenstiche oder ein eingewachsenes Haar. Da die Verletzung klein ist, fällt die Überreaktion der Haut nicht auf und verursacht auch keine Schmerzen.

Wie erfolgt die Diagnose bei keloiden Narben?

Die Untersuchung und Behandlung beim Hautarzt geht meistens mit einer Begutachtung der Körperstelle und mit der Entnahme einer Gewebsprobe einher. Das erfolgt als Biopsie, wenn die Keloide nicht die Folge einer OP-Naht und andere Verletzungen nicht auf den ersten Blick erkennbar sind. Die Biopsie ermöglicht eine Klärung, ob es sich um einen Hauttumor oder eine gutartige Gewebewucherung handelt. Dabei wird ein kleines Stück der Haut entnommen und im Labor untersucht. Der Arzt muss vorsichtig vorgehen, da jeder Eingriff in das Gewebe auch eine Steigerung des Wachstums auslösen kann.

Wie lassen sich keloide Narben entfernen?

Keloide Narben können entfernt werden. Das ist natürlich nicht durch Salben oder Kühlung machbar, sondern nur mittels eines chirurgischen Eingriffs. Dabei werden das Narbengewebe und die Wulst abgetragen. Eine Entfernung ist nicht immer sofort möglich, da Keloide in ihrem Wachstum unberechenbar sind. Das macht eine langwierige Therapie nötig, die dem Patienten viel Geduld abfordert.

Wann muss ich bei einer keloiden Narbe zum Arzt?

Gerade bei solchen Symptomen ist eine frühzeitige Behandlung sinnvoller und begünstigt den Heilungsprozess. Das bedeutet, je früher du einen Hautarzt aufsuchst, desto leichter lässt sich das Keloid kontrollieren und beseitigen. Das Verfahren wird meistens auf die Grösse des Keloids abgestimmt. Nach dem chirurgischen Eingriff gilt es, die Bildung neuer Keloide zu verhindern. In der Dermatologie hat sich Silikon bewährt, um die Narbenbildung einzugrenzen. Danach ist eine intensive Hautpflege notwendig. Verwendet werden:

  • Silikonpflaster
  • Silikonspray
  • Kortison (Salbe oder Injektion)
  • Druckpflaster und Druckverbände