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Seborrhoe: Wenn die Talgdrüsen in der Haut zu aktiv sind

Seborrhoe: Wenn die Talgdrüsen in der Haut zu aktiv sind

Unsere Haut ist ein Organ, das viele Aufgaben erfüllt. Talgdrüsen in der Haut produzieren Fett – unter Umständen allerdings zu viel davon. Wenn die Talgproduktion aus dem Ruder läuft, kann eine Seborrhoe entstehen. Wie diese Hautkrankheit sich äussert, was du zur Vorbeugung tun kannst und welche Medikamente es dagegen gibt: Wir beantworten häufige Fragen rund um das seborrhoische Ekzem.

Was ist Seborrhoe?

Seborrhoische Dermatitis oder seborrhoisches Ekzem, manchmal auch Gneis genannt: All diese Begriffe meinen die Hautkrankheit Seborrhoe. Genau genommen bezeichnet das Wort die Überproduktion von Talg. Die Drüsen, die in der Haut am ganzen Körper ihre Arbeit verrichten, produzieren in diesem Fall zu viel davon. Die Folgen sind sichtbar und unangenehm: Fettglänzende Haut und fettige, strähnige Haare belasten die Patienten stark. Neben erhöhtem Talgfluss kann es auch zu Entzündungen kommen. Beim seborrhoischen Ekzem, der Folge einer Seborrhoe, entstehen zudem weitere Symptome, die in der Dermatologie behandelt werden. Die Seborrhoe wird unterschieden in mehrere Formen:

  • Seborrhoea adiposa
  • Seborrhoea capillitii
  • Seborrhoea capitis
  • Seborrhoea desquamativa neonatorum
  • Seborrhoea oleosa
  • Seborrhoea sicca

Symptome auf der Haut: Wie sieht Seborrhoe aus?

Die fettige Haut ist bei einer seborrhoischen Dermatitis gerötet. Durch die Absonderung von Talg bilden sich gelbliche oder weisse Schuppen, die fettig glänzen. Die Kopfhaut, der Nacken, die Stirn und die Nase können befallen werden, auch auf den Augenlidern oder unter den Achselhöhlen bilden sich mitunter juckende, schuppige Stellen. Eine Entzündung führt zu starkem Juckreiz. Meist tritt die Krankheit zwischen dem achtzehnten und dem vierzigsten Lebensjahr auf, und es trifft deutlich mehr Männer als Frauen. Schätzungen gehen davon aus, dass in der Schweiz rund ein Prozent der Menschen an der chronischen Erkrankung leiden. Häufig sehen wir das Phänomen bei Babys und Kleinkindern, dort sind die fettigen Hautschuppen auf Stirn und Kopfhaut als „Kopfgneis“ bekannt. Erwachsene entwickeln oft eine chronische Form des Gneises, bei Kleinkindern heilt sie meist allein ab. Um die fettigen Schuppen von Babys Kopfhaut zu entfernen, kannst du abends etwas Olivenöl einmassieren und einwirken lassen. Am nächsten Tag löst du die Schuppen ab und wäschst die Haare mit einem milden Shampoo.

Talgdrüsen in Überproduktion: Welche Ursachen hat das seborrhoische Ekzem?

Bisher sind die Ursachen für die Seborrhoe nicht eindeutig erforscht. Vermutet werden genetische Veranlagung und ein gestörter Hormonspiegel, die zu der erhöhten Absonderung von Talg führen. Ausserdem haben Forscher weitere Faktoren im Verdacht: Studien legen einen Zusammenhang mit dem Malassezia furfur, einem Hautpilz, nahe. Einfluss auf den Krankheitsverlauf könnte ausserdem das Klima haben, genau wie Stressbelastung, Schlafmangel und ein geschwächtes Immunsystem. Je nach Hauttyp bilden sich die Symptome unterschiedlich stark aus.

Diagnose der Erkrankung: Wie wird Seborrhoe festgestellt?

Liegt der Verdacht auf ein seborrhoisches Ekzem vor, weist dich der Hausarzt dem Dermatologen zu. Dort wird sich der Fachmann zunächst danach erkundigen, wie lange die Symptome schon bestehen. Er fragt nach anderen Hautkrankheiten, danach, ob schon einmal ein seborrhoisches Ekzem aufgetreten ist und ob du andere Krankheiten hast. Anschliessend untersucht er die betroffenen Hautpartien und nimmt bei Unsicherheit eine Hautprobe. Damit kann er die Hautabweichungen unter dem Mikroskop betrachten und so andere Krankheiten, beispielsweise eine Akne, ausschliessen.

Behandlung in der Dermatologie: Welche Therapie bei seborrhoischem Ekzem?

Die chronische Krankheit nimmt manchmal auch ohne Behandlung einen milden Verlauf. Es gibt aber auch Medikamente zur Behandlung der Symptome. Antimykotika in Salbenform helfen gegen Pilzbefall, mit kortisonhaltigen Cremes wird ebenfalls gegen den Ausschlag gearbeitet. Wichtig jedoch ist eine Anpassung des Lebenswandels an die chronische Erkrankung. Besonders Stress gilt es zu vermeiden.

Verlauf und Prognose: Ist die Erkrankung heilbar?

Chronische Krankheiten begleiten den Patienten ein Leben lang. Doch Medikamente und eine passende Lebensweise können den Verlauf stark beeinflussen. Neben der richtigen Hautpflege und der Vermeidung von Stress ist Geduld besonders wichtig. Die Talgdrüsen reagieren auf Stresssymptome ebenso wie auf Umweltbedingungen und weitere Faktoren mit verstärkter Absonderung. Diese Faktoren gilt es, möglichst zu reduzieren oder die Lebensumstände so zu gestalten, dass die Absonderung zurückgeht. Hautpflegeprodukte, aber auch Shampoo oder Waschpulver für die Wäsche sollen speziell darauf ausgelegt sein, die Talgdrüsen in ihrem Tun zu bremsen. Gelingt dies, bessert sich auch das Hautbild im Gesicht und an anderen betroffenen Stellen stark. Bei chronischem Verlauf können Symptome jederzeit wieder auftreten, sobald die Medikamente abgesetzt werden. Hier hilft nur der erneute Gang in die Dermatologie, wo die passende Therapie erstellt wird.

Wie kann ich der Seborrhoe vorbeugen?

Bisher ist keine besondere Ernährungsform bekannt, die das Ausbrechen einer Seborrhoe verhindern könnte. Stressarme Lebensführung und eine gesunde, ausgewogene Ernährung allerdings sind aus vielen Gründen hilfreich. Auch zur Vorbeugung von Hautausschlägen, die auf Stress reagieren, kann eine gesunde Lebensführung also viel beitragen. Bei chronischer Seborrhoe ist die sorgfältige Hautpflege besonders wichtig, um das Wiederaufflammen der Symptome zu verhindern. Ob und wie häufig Medikamente gegeben werden müssen, besprichst du genau wie die passende Hautpflege mit dem Dermatologen.

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