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Syphilis Hautausschlag: Fragen zu Übertragung und Behandlung

Syphilis ist eine der am häufigsten vorkommenden Geschlechtskrankheiten, bei der es neben anderen Symptomen auch zu einem lästigen Hautausschlag kommt. Männer und Frauen sind gleichermassen von der Erkrankung betroffen. Wie du dich vor einer Ansteckung schützen kannst, welche Anzeichen und Beschwerden zu erwarten sind und wie die Erkrankung behandelt wird, erfährst du in diesem FAQ.

An welchen Anzeichen erkenne ich einen Hautausschlag bei Syphilis?

Syphilis ist gut daran zu erkennen, dass sich an der Eintrittsstelle des Syphilis-Erregers ein kleiner dunkelroter Knoten bildet, der scharf begrenzt ist und eine Flüssigkeit von sich gibt. Bei der Hautveränderung handelt es sich um ein gelblich belegtes Geschwür, das hochinfektiös, aber für den Betroffenen nicht schmerzhaft ist. Weiterhin kann es im Verlauf der Erkrankung zu einem grossflächigen Hautausschlag kommen, der vor allem den Rumpfbereich betrifft. Dieser ist in der Regel fleckig und juckt nicht. Typischerweise tritt der Ausschlag auch an den Handflächen und Fusssohlen auf. Nach einiger Zeit können die Flecken im Inneren auch bräunliche bis rote Knötchen bilden, die potenziell nässen oder schuppen. Die Knötchen enthalten Syphilis-Erreger und sind daher infektiös.

Welche Symptome sind bei einer Ansteckung mit Syphilis zu erwarten?

Ungefähr die Hälfte aller Syphilis-Patienten entwickeln während ihrer Erkrankung überhaupt keine Symptome. Wie stark die Symptome bei den übrigen Betroffenen ausfallen, kann ganz unterschiedlich sein. Typisch ist ein kleines Geschwür am Ort der Eintrittstelle des Erregers, das in der Regel jedoch keine Schmerzen verursacht und eine infektiöse Flüssigkeit absondert. Folgende Symptomatiken sind ausserdem möglich:

  • Haarausfall
  • Schwellung der Lymphknoten
  • Ausbreitung eines Geschwürs mit gelblicher Belegung
  • Fieber
  • Müdigkeit
  • Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • variabler Hautausschlag, der im Verlauf auch Juckreiz verursacht

In späteren Stadien der Krankheit können auch diese Symptome auftreten:

  • Schwellung der Mandeln
  • Schwellung der Leber
  • Blutarmut
  • Gummen (Gewebsknoten im unterschiedlichen Regionen des Körpers)
  • Schädigung der Aortawand
  • Hirnhautentzündung (die Folge sind beispielsweise Taubheit, Sehstörungen oder Lähmungen)
  • Befall des Rückenmarks
  • Gehirnentzündung (Enzephalitis)
  • schwere Organschäden

Welche Behandlungsmöglichkeiten und Therapien gibt es?

Medizinisch wird Syphilis hauptsächlich mit Penicillin oder anderen Antibiotika behandelt. Befindet sich der Patient jedoch bereits in einem fortgeschrittenen Stadium, wird ihm vor der Behandlung mit Antibiotika ein Kortisonpräparat verabreicht, um eine sogenannte Jarisch-Herxheimer-Reaktion zu vermeiden. Hierbei kommt es durch die hohe Anzahl an Syphilis-Bakterien im Körper in Verbindung mit den Antibiotika zu einer Toxinfreisetzung. Die Folge ist eine Verschlimmerung des Hautausschlags sowie Fieber, Kopfschmerzen und Schüttelfrost. Nach der erfolgreichen Behandlung der Syphilis-Infektion mit den entsprechenden Medikamenten müssen regelmässige Kontrolluntersuchungen erfolgen, um sicherzugehen, dass sich keine Erreger mehr im Körper befinden.

Wie wird Syphilis übertragen?

Syphilis zählt zu den Geschlechtskrankheiten und wird hauptsächlich durch den ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen. Daneben ist auch die Übertragung durch anderen Schleimhautkontakt oder den direkten Kontakt mit infiziertem Blut möglich, so zum Beispiel, wenn Drogenbesteck gemeinsam benutzt wird. Darüber hinaus können infizierte schwangere Frauen die Erkrankung an ihr Kind weitergeben.

Welche Stadien werden unterschieden?

Syphilis verläuft unbehandelt in vier Stadien, wobei die ersten zwei Stadien als Frühsyphilis und die letzten beiden Stadien als Spätsyphilis bezeichnet werden. Wie lange die einzelnen Stadien ablaufen und wie stark sie ausgeprägt sind, kann von Patient zu Patient unterschiedlich sein. Ebenso ist es möglich, dass einzelne Stadien gar nicht auftreten oder sich nicht bemerkbar machen.

  • Das erste Stadium zeigt sich hauptsächlich durch das Geschwür an der Eintrittsstelle.
  • Im zweiten Stadium kommen Symptome wie der Hautausschlag, die Lymphknotenschwellungen oder Fieber und Müdigkeit hinzu.
  • Nach dem zweiten Stadium erfolgt eine Ruhephase von etwa drei bis vier Jahren, bei der keine Symptome auftreten.
  • Dann kommen die Phasen der Spätsyphilis, die mit schweren Geschwüren, Organschäden und irreversiblen Schäden des Gehirns, des Nervensystems und des Rückenmarks einhergehen und potenziell tödlich enden.

Wie kann ich mich gegen Syphilis schützen?

Der beste Weg, sich gegen Syphilis zu schützen, ist die Verwendung von Kondomen beim Geschlechtsverkehr. Ausserdem empfehlen sich Lecktücher beim Oralverkehr. Diese Schutzmassnahmen sollten vor allem dann wahrgenommen werden, wenn die Geschlechtspartner häufig gewechselt werden. Ebenfalls solltest du vermeiden, Dinge von Syphilis-Erkrankten zu berühren, die in Kontakt mit ihrem Blut oder ihrem Hautausschlag gekommen sind. Eine hundertprozentige Möglichkeit des Schutzes gegen Syphilis gibt es jedoch nicht, weil die Erkrankung theoretisch auch beim Küssen übertragen werden kann.

Ist Syphilis heilbar?

Antibiotika sind eine sehr wirksame Therapieform für die Behandlung von Syphilis, sodass es in der Regel eine gute Prognose für die Erkrankten gibt. Besonders, wenn die Erkrankung in den ersten zwei Stadien behandelt wird, stehen die Heilungschancen bei fast 100 Prozent. Befindet sich die Krankheit bereits im dritten Stadium, können vorhandene Organschäden meist nicht mehr korrigiert werden. Eine Heilung der Syphilis ist jedoch in den meisten Fällen durch Penicillin möglich. Wird eine Syphilis nicht behandelt, kann jeder dritte Patient sich trotzdem vollständig erholen. Problematischer sind die Therapiechancen im vierten Stadium der Infektion oder bei einer zusätzlichen HIV-Diagnose.