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Humane Papillomviren: gefährliche Erreger per Impfung bekämpfen

Humane Papillomviren: gefährliche Erreger per Impfung bekämpfen

In der Schweiz genau wie auf der ganzen Welt sind sie die häufigste Ursache, wenn sexuell übertragbare Infektionen auftreten: die humanen Papillomviren. Sie können Genitalwarzen oder Feigwarzen, aber auch Krebsvorstufen und Krebs auslösen. Was es mit den HP-Viren und ihren verschiedenen Stämmen auf sich hat, warum gerade Frauen sich frühzeitig vor Ansteckung schützen können und weitere Fragen rund um HPV beantworten wir in diesem Text.

Was sind humane Papillomviren?

Unter diesem Namen, abgekürzt als HPV, sammeln Forscher eine Reihe von unterschiedlichen Virustypen. Sie alle können sich in der Haut oder in Schleimhäuten festsetzen. Die meisten HP-Viren sind harmlos und fast jeder Mensch infiziert sich im Laufe seines Lebens mit dem einen oder anderen Virustyp. Einige wenige aber sind gefährlich: Sie setzen sich in den Schleimhäuten fest und werden mit der Entstehung von Krebsvorstufen oder Krebs in Verbindung gebracht. Bösartige Veränderungen an Gebärmutterhals, den Schamlippen oder der Vulva, in der Scheide, am Penis und After oder im Mund-Rachen-Bereich wurden bereits beobachtet. Der Gebärmutterhalskrebs ist die häufigste bösartige Veränderung, die im Zusammenhang mit den HP-Viren aufgetreten ist.

HPV-Erreger und ihre Übertragung: Wie bekomme ich humane Papillomviren?

Die Viren werden von Mensch zu Mensch übertragen, darauf weist schon das Wörtchen „human“ in ihrer Bezeichnung hin. Manchmal reicht für die Ansteckung ein einfacher Hautkontakt aus, zum Beispiel bei Feigwarzen und anderen Warzen der Haut, die durch ein Papillomvirus ausgelöst wurden. Die genitalen Viren in der Schleimhaut übertragen sich beim Geschlechtsverkehr, auch Oralverkehr kann schon ausreichen. Selten, aber doch möglich ist auch die Übertragung der genitalen HP-Viren bei der Geburt: So kann eine Mutter ihr Neugeborenes durch den Schleimhautkontakt unter der Geburt anstecken. Die Folge in diesem seltenen Fall kann eine vergleichsweise harmlose Wucherung etwa am Kehlkopf sein. Ob die genitalen Erreger auch über gemeinsam genutzte Gegenstände, zum Beispiel Handtücher oder Toiletten, übertragen werden, ist noch nicht wissenschaftlich erwiesen.

Diagnostik und Symptome: Wie zeigt sich die Infektion mit HPV?

In zwei Drittel aller Fälle zeigt sich die Infektion überhaupt nicht: Sie verläuft asymptomatisch, zeigt also keinerlei Symptome und heilt unbemerkt wieder ab. Zeigen sich doch Symptome, können dies Genitalwarzen sein oder Wucherungen im Genitalbereich und am After. Da du diese Symptome unter Umständen gar nicht selbst bemerkst, sind regelmässige Kontrolluntersuchungen zur Früherkennung sinnvoll.

Infektion mit HPV: Was tun?

Wer eine Infektion mit einem Hochrisiko-Typ des HP-Virus unbehandelt lässt, setzt sich damit der Gefahr aus, eine Krebsvorstufe und anschliessend Krebs zu bekommen. In der Schweiz diagnostizieren Ärzte jährlich etwa 250 Fälle, in denen der Gebärmutterhals von Krebs betroffen ist. Bei weiteren 5.000 Frauen werden Vorstufen davon festgestellt. Diese Vorstufen kann der Arzt, genauso wie die Feigwarzen, mit einem chirurgischen Verfahren entfernen. Je früher dieser Schritt erfolgt, desto besser sind die Erfolgsaussichten der Behandlung. Medikamente, die gegen die Krebsvorstufen helfen, gibt es bisher nicht, deshalb bleibt nur der chirurgische Eingriff.

HPV bei Männern: Können Männer sich infizieren und HPV übertragen?

Auch wenn schwerwiegende Erkrankungen, die auf HPV zurückgeführt werden, bei Frauen häufiger beobachtet werden: Grundsätzlich kann sich jeder Mensch mit den Papillomviren infizieren. Für Männer sind daher genau wie für Frauen die nötigen Schutzmassnahmen beim Sexualverkehr ebenso wichtig wie regelmässige Routineuntersuchungen auf bereits vorhandene Infektionen.

Schutz vor Feigwarzen und Krebs am Gebärmutterhals: Was bringt die HPV-Impfung?

Die kantonalen Impfprogramme umfassen heute gleich mehrere Impfstoffe, die Schutz vor unterschiedlichen Virustypen und deren Folgen bieten sollen. Um den bestmöglichen Schutz zu erreichen, werden mehrere Impfungen in Folge vor dem 15. Geburtstag empfohlen. Ziel dieser Massnahme ist es, das Auftreten von Krebsvorstufen und Krebserkrankungen sowie Todesfällen durch diese zu vermeiden. Auch können Impfstoffe helfen, chirurgische Eingriffe zum Entfernen von Feigwarzen oder Krebsvorstufen zu vermeiden. Regelmässige Untersuchungen sollten aber weiterhin zum Standardprogramm für die eigene Gesundheit gehören, weil mit den heute bekannten und verwendeten Impfstoffen noch nicht alle krebsauslösenden Viren unterdrückt werden können. Weitere Fragen zu den Impfungen, zu Diagnostik, Behandlung und der Nachsorge von Erkrankungen rund um HPV kann dir der Gynäkologe oder auch der Hausarzt beantworten.

Wer sollte den Schutz durch die Impfung nutzen?

Die HPV-Impfung bietet den besten Schutz, wenn sie schon vor der ersten sexuellen Erfahrung gegeben wurde. Deshalb empfehlen die EKIF und das BAG, alle Jugendliche im Alter zwischen elf und 14 Jahren impfen zu lassen. Frauen sind von Erkrankungen, die auf das Virus zurückgehen, häufiger betroffen als Männer. Deshalb empfehlen Wissenschaftler die Impfung für Mädchen als Basisimpfung und für Jungen als ergänzende Impfung. Auch nach dem 14. Lebensjahr kann eine Nachholimpfung noch sinnvoll sein: Dazu fragst du am besten den Kinderarzt oder Hausarzt deines Kindes. Die Impfung ist übrigens von den kantonalen Impfprogrammen abgedeckt: Lässt du dein Kind in dem genannten Zeitraum impfen, ist die Impfung kostenlos. Die Vorbeugemassnahmen im Überblick:

  • Impfungen mit den bekannten Impfstoffen im Alter von elf bis 14 Jahren
  • regelmässige Kontrolluntersuchungen durch den Gynäkologen
  • ausreichend Schutzmassnahmen beim Sexualverkehr
  • Jugendliche im entsprechenden Alter über die Gefahren und notwendigen Vorbeugemassnahmen aufklären

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