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Wenn Pilze krank machen – sieben wichtige Fragen zu Candidosen

Wenn Pilze krank machen – sieben wichtige Fragen zu Candidosen

Der Körper des Menschen ist alles andere als steril und so tummeln sich eine Unmenge an Bakterien, Pilze und Einzeller auf deiner Haut. Diese natürliche Keimbesiedelung hat eine nützliche Aufgabe: Sie schützt dich vor krankmachenden Mikroorganismen. Zahlreiche Hefepilze der Gattung Candida siedeln häufig komplett unbemerkt auf deiner Haut und machen dabei gar keine Schwierigkeiten. Vermehren sich die Candida-Pilze aber unkontrolliert, beginnen die Gesundheitsprobleme und es wird äusserst unangenehm. Beispiele sind der lästige Fusspilz und Entzündungen der Haut im Genitalbereich. Im schlimmsten Fall können die eigentlich harmlosen Pilze sogar lebensgefährliche Erkrankungen auslösen. Wir beantworten hier die wichtigsten Fragen zum Thema.

Was ist eine Candida-Infektion?

Eine Candidose ist eine Infektion mit einem Hefepilz, meist aus der Gattung Candida albicans. Über 200 Unterarten sind dieser Gattung zugeordnet, wovon sich aber die wenigsten bei Menschen wiederfinden. Rund 75 Prozent aller gesunden Menschen sind zumindest Träger des Pilzes und bemerken es gar nicht. Kritisch wird es, wenn der Pilz ideale Wachstumsbedingungen vorfindet. Dies ist in einem feuchtwarmen Klima der Fall oder wenn dein Körper immungeschwächt ist. Die Infektion kann dann praktisch überall am Körper auftreten. Symptome und Beschwerden sind dabei von der Lokalisation der Infektion abhängig.

Wie steckt man sich mit Candidiasis an?

Insgesamt gibt es zwei Möglichkeiten, sich mit einer Candidamykose anzustecken:

  1. Die Infektion geht vom Körper selbst aus: Hefepilze, die auf deiner Haut oder im Darm vorhanden sind, nehmen überhand. Sie überwuchern die normale Haut- oder Darmflora und bringen sie aus dem Gleichgewicht. Dies geschieht auch bei Therapien anderer Erkrankungen, die deine natürliche Hautflora aus dem Gleichgewicht bringen. Dazu gehören beispielsweise Antibiotika- oder Cortison-Therapien.
  2. Die Infektion kommt von aussen: Die Übertragung erfolgt von Mensch zu Mensch bei direktem Kontakt oder durch gemeinsam benutzte Gegenstände.

Welche Symptome und Gesundheitsprobleme können auftreten?

Eine Candidiasis kann an unterschiedlichen Körperstellen in Erscheinung treten und Gesundheitsprobleme verursachen:

  • Mund: Infektionen der Mundschleimhaut werden als Soor oder orale Candidiose bezeichnet. Die Mundhöhle ist von den typischen weissen Belägen überzogen und es tritt häufig ein pelziges Gefühl auf. Das Geschmacksempfinden kann ebenfalls gestört sein. Wenn der Erreger bis in die Speiseröhre eindringt, kann es zu Schluckbeschwerden, Sodbrennen und auch Erbrechen kommen.
  • Genitalbereich: Schmerzen, Juckreiz und Brennen an den Schleimhäuten sind die typischen Symptome von Pilzinfektionen im Genitalbereich. Beim Scheidenpilz sind die Schleimhäute gerötet und angeschwollen und die Frau plagt einen unangenehmen Ausfluss. Am Penis machen sich Candida-Infektionen durch Juckreiz, Rötungen und Schuppung bemerkbar. Wenn auch die Harnröhre betroffen ist, kommen starke Schmerzen beim Wasserlassen hinzu.
  • Windelbereich: Bei Säuglingen kommt es durch das warm-feuchte Klima im Windelbereich zu einem Soor, der als Windeldermatitis bezeichnet wird.
  • Innere Organe: Wenn dein Immunsystem stark geschwächt ist, kann der der Pilz in deine Blutbahn eindringen und ernsthafte Erkrankungen auslösen. Bei diesem schweren Verlauf werden die inneren Organe besiedelt und es erfolgt bei dieser Diagnose immer eine Behandlung mit Infusionen. Sehr selten tritt eine weitere Komplikation auf: die Candida-Blutvergiftung.

Wie wird ein Soor diagnostiziert?

Ist deine Haut an sichtbaren Stellen betroffen, äussert dein Arzt schon den Verdacht beim Anblick. Zudem wird er dich nach weiteren Gesundheitsproblemen oder Symptomen befragen. Um die Diagnose zu sichern, nimmt der Arzt mit einem Wattestäbchen einen Abstrich von dem befallenen Hautbereich, welche im Labor untersucht wird. Bei Verdacht auf eine Candida-Infektion im Darm wird eine Stuhlprobe von dir ebenfalls im Labor auf den Erreger untersucht. Ein Befall der inneren Organe kann mittels einer Blutuntersuchung und – falls nötig – durch eine Gewebeprobe des Organs festgestellt werden.

Wie wird eine Candida-Infektion behandelt?

Bei der Therapie von Candidosen werden Antipilzmittel, die sogenannten Antimykotika eingesetzt. Manche dieser Mittel hemmen das Wachstum des Pilzes (fungistatische Wirkung). Andere töten den Pilz direkt ab (fungizide Wirkung). Wichtige Wirkstoffgruppen zur Behandlung von Candida-Infektionen sind:

  • Azol-Atinmykotika: Sie beeinflussen den Stoffwechsel der Pilzsporen und wirken gegen eine Vielzahl von Pilzarten. Vor allem der dazu gehörenden Wirkstoff Clotrimazol wird häufig bei Fuss- und Scheidenpilzinfektionen eingesetzt.
  • Allylamine: Dieser Wirkstoff hemmt ebenfalls das Wachstum der Pilze.
  • Amorolfin: Der Aufbau der Pilze wird gehindert und ihre Lebensfähigkeit dadurch stark reduziert.
  • Caspofungin: Dieser Wirkstoff wird bei schweren Pilzinfektionen eingesetzt und meist über eine Injektion dem Patienten verabreicht.
  • Flucytosin: Der Stoff wirkt wie Gift auf die Pilze und tötet sie direkt ab. Er kommt bei sehr schweren Fällen zum Einsatz, wenn der Pilz bereits ein Organ befallen hat.
  • Polyen-Antibiotika: Die Stoffwechselvorgänge des Pilzes werden blockiert. Das häufig eingesetzte Medikament Nystatin gehört zu dieser Wirkgruppe.

Zur Behandlung stehen diese Wirkstoffe abhängig von der Lokalisation der Infektion in unterschiedlicher Darreichungsform zur Verfügung, so als:

  • Salben
  • Cremes
  • Lösungen
  • Mundgels
  • Scheidenzäpfchen
  • Tabletten
  • Infusionen

Was kann ich selbst tun, um die Behandlung zu unterstützen?

Die Symptome von Candida-Infektionen können nur behandelt werden, indem die Ursache der Pilzbesiedelung beseitigt wird. Dazu kannst du mit deiner persönlichen Hygiene einiges beitragen:

  • Nach dem Duschen gut abtrocknen, auch in den Hautfalten
  • Zahnbürste häufig wechseln
  • Handtücher öfters waschen und nie gemeinsam benutzen
  • Mit dem Arzt sprechen, um eventuell auslösende Medikamente zu reduzieren
  • Ursächliche Erkrankungen wie etwa Diabetes beim Arzt ausschliessen beziehungsweise behandeln lassen
  • Baumwollunterwäsche benutzen
  • Gegen den Pilz verordnete Arzneimittel nach Anweisung des Arztes einnehmen
  • Die Therapie ausreichend lang durchführen, um Rückfälle zu vermeiden
  • Gesunde Ernährung zu dir nehmen

Wie funktioniert eine Candida-Diät?

Candida-Pilze benötigen für ihre Vermehrung Kohlenhydrate. Deshalb macht es für betroffene Menschen Sinn, während einer Pilzinfektion ihre Ernährung umzustellen. Durch den konsequenten Verzicht auf Kohlenhydrate und vor allem auf Zucker entziehst du dem Pilz seine Nahrungsgrundlage. Am besten führst du diese Diät in Begleitung deines Arztes durch. Da Kohlenhydrate auch ein wichtiger Energielieferant für deinen Körper sind, kann ein Verzicht über vier Wochen zu Leistungseinbussen und Mangelerscheinungen führen. Deshalb macht die Begleitung der Diät durch einen Mediziner oder Heilpraktiker Sinn. Folgende Lebensmittel darfst du zu dir nehmen:

  • Vollkornprodukte
  • Ei- und Milchprodukte
  • Fisch und Fleisch
  • Salat und Gemüse
  • saures Obst

Folgende Lebensmittel streichst du von deinem Speiseplan:

  • Zucker
  • süsses Obst
  • Kartoffeln
  • Nudeln
  • Brot
  • Reis
  • Alkohol

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