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Lichen ruber planus – Wissenswertes über die Knötchenflechte

Lichen ruber planus – Wissenswertes über die Knötchenflechte

Du hast seltsame Hautveränderungen bei dir festgestellt und fragst dich, was das sein kann? Vielleicht gehörst du zu dem einen Prozent der Bevölkerung, das unter Lichen planus ruber leidet. Meistens sind Menschen im Alter von 30 bis 60 Jahren davon betroffen. Aber auch Kleinkinder zeigen gelegentlich – beispielsweise nach einer Grippe – diesen Ausschlag mit seinen charakteristischen Hautknötchen. Hier erfährst du alles Wichtige zum Thema „Lichen ruber planus“.

Was bedeutet Lichen ruber planus?

Der Begriff „Lichen ruber planus“ kommt teilweise aus dem Griechischen. Lichen steht dort für Flechte. Ruber und planus kommen aus dem Lateinischen. Ruber bedeutet rot und planus steht für flach. Also ist Lichen ruber planus eine flache rötliche Hautflechte. Sie zählt zu den entzündlichen Hauterkrankungen. Häufig tritt sie an Handgelenken, Unterschenkeln, am Fuss und in der Knöchelregion auf – sie kann sich aber auch wie ein Ausschlag über den ganzen Körper erstrecken. Manchmal befällt Lichen ruber planus auch Kopfhaut, Nägel oder Schleimhäute. Die typischen Knötchen sind bläulich-rosa gefärbt und weisen häufig an ihrer Oberfläche eine helle netzartige Zeichnung auf. Bei einem Grossteil der Patienten verursachen diese Hauterscheinungen keine weiteren Beschwerden. Etwa 20 Prozent der Betroffenen klagen jedoch über Juckreiz und Schmerzen. Unbehandelt verschwinden bei den meisten Patienten die Symptome nach einem halben Jahr bis zwei Jahren von selbst.

Wie erkenne ich Lichen ruber planus an der Mundschleimhaut?

An der Genital- und Mundschleimhaut erkennst du einen Befall mit Lichen ruber planus hauptsächlich an den weissen, netzförmig angeordneten Streifen auf der Hautoberfläche. Diese sogenannten „Wickham-Streifen“ bilden sich zumeist auf der Schleimhaut von Zunge und Wange. Im Ärztejargon wird diese Variante der Erkrankung auch „Lichen ruber mucosae“ genannt. Bei Frauen kommt Lichen ruber mucosae drei Mal häufiger vor als bei Männern.

Welche Symptome kann Lichen ruber planus verursachen?

Die Dermatologie unterscheidet verschiedene Formen von Lichen ruber planus. Je nach Lokalisierung kann die Knötchenflechte unterschiedliche Läsionen hervorrufen. Hier findest du einen Überblick über die verschiedenen Symptome:

  • Lichen ruber mucosae – Schleimhautflechte: häufigste Form von Lichen ruber planus, typische Wickham-Streifen
  • Lichen ruber planus der Nägel: verursacht Symptome wie Rillen, Spalten, Brüchigkeit und Vernarbung des Nagelbetts
  • Lichen ruber follicularis capillitii – auf der Kopfhaut: führt zu Haarausfall und Zerstörung der Haarfollikel
  • Lichen ruber atrophicans: verursacht beim Abheilen weissliche Hautstellen mit Gewebeschwund
  • Lichen ruber hypertrophycus – an Beinen und Füssen: häufig grossflächige beiderseitig symmetrische Hautläsionen

Wie diagnostiziert der Hautarzt Lichen ruber planus?

Für den Hautarzt ist die Diagnostik von Knötchenflechte relativ einfach: Zumeist reichen die typischen äusseren Hautveränderungen für eine vorläufige Diagnose aus. Um sicher zu gehen, kann er noch weitere Untersuchungen vornehmen. Eine feingewebliche Untersuchung zeigt unter der Oberhaut des betroffenen Gewebes T-Zellen, die für die Entzündungsreaktion verantwortlich sind. Durch das Einfärben einer entnommenen Gewebeprobe kann der Hautarzt auch Immunglobuline – spezifische Antikörper – sichtbar machen. Die oberste Hautschicht eines Knötchens ist charakteristisch verdickt, während sich in der Körnerschicht ebenfallls fleckenförmige Verdickungen zeigen. Diese Verdickungen bilden im Verbund die typischen netzförmigen Streifen bei Lichen ruber planus.

Zu welchen Krankheiten zählt Lichen ruber planus?

In der Dermatologie sind die zugrunde liegenden Ursachen für das Auftreten von Lichen ruber planus weitgehend unbekannt. Als Auslöser für die Symptome fungiert die zugrunde liegende Entzündungsreaktion. Spezifische Zellen des Immunsystems – die T-Lymphozyten – greifen die Basalzellen unterhalb der Oberhaut an und zerstören sie. Bisher hat die Wissenschaft noch nicht herausfinden können, was genau diese Entzündung auslöst. Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Knötchenflechte zu den Krankheiten gehört, bei denen das Immunsystem den eigenen Körper angreift. Lichen ruber planus ist also wahrscheinlich eine Autoimmunerkrankung. Die genauen Ursachen für solche Krankheiten sind oft schwer zu finden. Erfahrungsgemäss können Medikamente, Viruserkrankungen, mechanische Reizungen, der Kontakt mit Chemikalien und andere Reize Krankheitsschübe auslösen. Es kommt aber auch vor, dass die Gesundheitsprobleme ohne offensichtlichen Auslöser auftreten.

Welche Therapie hilft bei Lichen ruber planus?

Nur etwa 20 Prozent aller Patienten mit Knötchenflechte haben Beschwerden. Deshalb wird in den meisten Fällen auf eine Therapie verzichtet. Falls der Auslöser für deine Hauterscheinungen bekannt ist, kannst du ihn so weit wie möglich ausschalten. Solltest du zu den Menschen gehören, die wegen des Lichen ruber planus Schmerzen oder starken Juckreiz haben, wird der Hautarzt die Symptome behandeln. Zur Therapie der Symptome werden häufig cortisonhaltige Salben oder Pflaster verwendet. Auch Antihistaminika können eine Erleichterung der Beschwerden bewirken. Lichttherapie wie Bade-PUVA kann ebenso dazu beitragen, dass sich die Symptome bessern. In bestimmten Fällen sind auch teerhaltige Präparate wirksam. Gegen starken Juckreiz hilft vor allem nicht zu kratzen und die betroffene Zone mit Gelkissen oder Eiswürfeln zu kühlen. Eine wirksame Therapie, die das Übel an der Wurzel packt, gibt es bisher noch nicht.

Wie ist der Verlauf von Lichen ruber planus?

Glücklicherweise zeigt bei Lichen ruber planus in den meisten Fällen einen günstigen Verlauf. Oft klingen die Entzündungen innerhalb von sechs bis 24 Monaten von selbst wieder ab, auch ohne jede Behandlung. Vorübergehend können braune Flecken – eine Hyperpigmentierung – an den abgeheilten Stellen auftreten. Sie verschwinden aber im Laufe der Zeit. Allerdings neigt die Erkrankung auch noch nach Jahren zu spontanem Wiederauftreten.

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