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Rhagaden – was die Hautrisse verursacht und was dagegen hilft

Rhagaden – so der Fachausdruck für bis in die Lederhaut reichende Einrisse der Haut – sind lästig und zuweilen sehr schmerzhaft. Vor allem in den Mundwinkeln bringen sie mehr oder minder gravierende Beschwerden im Alltag mit sich. So werden das Lachen, Sprechen und Essen schmerzhaft und die Lebensqualität leidet. An anderen Körperstellen, etwa an den Füssen, können Rhagaden auch zu schmerzhaften Wunden werden, da Krankheitserreger leicht eindringen können und die entsprechenden Hautstellen stark belastet sind. Rhagaden können aus einer ganzen Reihe von Gründen auftreten, lassen sich aber zumeist schnell und mit einfachen Mitteln behandeln.

Welche Ursachen haben Rhagaden?

Rhagaden sind Einrisse der Haut und werden oftmals durch eine geschwächte Haut verursacht. Besonders häufige Gründe dafür, dass es zu kleinen, sich dann vertiefenden Hautrissen kommt, sind:

  • Kälte
  • Trockenheit
  • Verletzungen

Entsprechend häufig sind gerade Mundwinkelrhagaden deshalb im Winter, wenn es trocken und kalt ist. Die Ursachen von Rhagaden an exponierten Stellen liegen häufig in solchen externen Faktoren. Die Haut trocknet schlichtweg aus und reisst ein. Der Riss vertieft sich – beispielsweise durch Belastung – und es kommt zu einer richtigen Rhagade. Aber auch andere Ursachen sind denkbar. Insbesondere kranke und wenig elastische Haut reisst oftmals ein. An Stellen, an denen eine hohe Belastung und eine kaputte Haut zusammenkommen, kommt es deshalb auch oft zu Einrissen. Typische Orte hierfür sind neben den Mundwinkeln die Fusssohlen, da hier die Haut besonders stark belastet wird.

Welche Krankheiten stehen mit Rhagaden in Verbindung?

Eine ganze Reihe von Erkrankungen kann das Entstehen von Rhagaden begünstigen. Ganz vorne mit dabei sind Durchblutungsstörungen und Hautkrankheiten. Zu den Leiden, die die Hauteinrisse wahrscheinlicher machen, gehören:

  • Diabetes
  • Neurodermitis
  • diverse Hautkrankheiten
  • Hautpilz
  • Stoffwechselstörungen

Auch Mangelerscheinungen, wie beispielsweise Eisenmangel und Vitamin-B-12-Mangel, können zu Hautrissen führen. Grundsätzlich ist bereits durch Krankheiten angegriffene Haut auch empfindlicher für das Entstehen von Rhagaden. Die Risse selbst können zudem auch gesundheitliche Folgen haben. Insbesondere dann, wenn sie beispielsweise an den Fusssohlen sind und lange nicht behandelt werden, können sie sich zu grossen Infektionen auswachsen. Diese können durch Bakterien oder Pilze bedingt sein.

Welche Symptome entstehen durch die Hauteinrisse?

Die Symptome sind bei Rhagaden vom Ort ihres Auftretens abhängig. Bei Mundwinkeleinrissen kommt es beispielsweise zu folgenden Symptomen, die mit jeder Mundbewegung auch verstärkt werden können:

  • brennende Schmerzen
  • Spannungsgefühl
  • leichte Blutungen

Es kann auch zu Entzündungen kommen, die sich verschiedenartig äussern. Sind deine Mundwinkel einmal eingerissen, kann auch Speichel zu Reizungen führen. Insgesamt sind eingerissene Hautpartien empfindlicher für äussere Reize, wie etwa Wind, unachtsame Berührungen und Kälte. Es kommt auch zu Rötungen. Bei Rhagaden an den Füssen hast du vor allem beim Laufen oder beim Stehen Beschwerden. Je nach Position und Tiefe spürst du neben einem stechenden Schmerz oder auch ein Gefühl, als stündest du auf Glas. Hautrisse an anderen Stellen machen sich vor allem bei Berührungen und bei Spannung der entsprechenden Hautareale bemerkbar.

Warum kommen Rhagaden oft in den Mundwinkeln vor?

Die Mundwinkel sind bei vielen Menschen hochsensibel. Sie werden durch Sprechen, Kauen und Lachen permanent beansprucht und sind andauernd in Bewegung. Bei Menschen mit viel Speichelfluss wird die dort dünne Haut zusätzlich gereizt. Ein Teil des natürlichen Schutzmantels wird so abgetragen und es kommt noch eher zu Trockenheit. Die Ursachen für Mundwinkelrhagaden sind also oftmals eine Kombination aus den ohnehin empfindlichen Hautstellen und einer unzureichenden Pflege der Lippen und Mundwinkel. Zusätzlich ist es so, dass du Mundwinkelrhagaden am ehesten überhaupt wahrnimmst. Während kleine Hautrisse an nicht stark belasteten Stellen (wie etwa am Ohrläppchen oder zwischen den Zehen) manchmal auch unbemerkt auftauchen und abheilen, entzünden sich Rhagaden in den Mundwinkeln besonders oft.

Wo können Rhagaden überall vorkommen?

Rhagaden können grundsätzlich überall dort vorkommen, wo deine Haut einreissen kann. Das heisst, sie sind theoretisch überall denkbar. Praktisch kommen sie aber vor allem an folgenden Orten vor:

  • im Mundwinkel
  • an den Ohren
  • zwischen den Zehen und Fingern
  • in Gelenkbeugen
  • in der Analregion

Dabei sind Rhagaden an anderen Stellen als den Füssen und den Mundwinkeln deutlich seltener. Häufig ist dann auch eine Hautkrankheit oder eine Mangelerscheinung ursächlich für die Hautrisse.

Wie behandle ich Rhagaden?

Die Behandlung von Rhagaden kannst du, insofern sie noch nicht lange bestehen und keine grossen Beschwerden verursachen, selbst in die Hand nehmen. Empfohlen werden allgemein Salben. Die Wirkstoffe, die bei Rhagaden gut angewendet werden können, sind:

  • Dexpanthenol
  • Harnstoff
  • Zink

Die betroffenen Stellen sollten gut trocken gehalten werden. Dies gilt besonders für die Mundwinkel: Tupfe sie einfach mit einem sauberen Taschentuch ab. Die Salben sollten zumeist über Nacht aufgetragen werden. Sind die Rhagaden ein häufiges Problem oder entzünden sie sich stark, solltest du hingegen einen Arzt aufsuchen. Ein Dermatologe ist hier der Facharzt der Wahl. Gegebenenfalls sollte neben der symptomatischen Behandlung auch Ursachenforschung betrieben werden. Eventuell ist eine Krankheit für wiederkehrende Hauteinrisse mit verantwortlich.

Kann ich Rhagaden vorbeugen?

Rhagaden kannst du nur bedingt vorbeugen. Bei trockener Kälte solltest du deine Haut gut eincremen und generell schützen. Dies gilt für Areale, an denen du zu Einrissen neigst. Auch die Ernährung spielt eine Rolle. So sind Eisen und Vitamine als auch Flüssigkeit besonders wichtig für eine gesunde Haut. Ganz vorbeugen kannst du Hauteinrissen aber nicht, nur ihr Auftreten weniger wahrscheinlich machen.