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Seborrhoisches Ekzem – alles über den chronisch entzündlichen Hautausschlag auf dem Kopf!

Seborrhoisches Ekzem – alles über den chronisch entzündlichen Hautausschlag auf dem Kopf!

Es gibt Krankheiten, die Schmerzen verursachen und es gibt jene, die aus kosmetischer Sicht für viele Betroffene ein Martyrium darstellen. Eine dieser Erkrankungen ist der Hautausschlag, das Seborrhoische Ekzem. Da sich dieser bevorzugt im Gesichtsbereich und auf der Kopfhaut ausbreitet, kann das Ekzem psychischen Leidensdruck bei der betroffenen Person hervorrufen. Der als Kopfgneis beziehungsweise Grind bekannte Milchschorf bei Neugeborenen ist in vielerlei Hinsicht mit dem Seborrhoischen Ekzem verwandt. Bei Babys bildet sich der unschöne Hautausschlag jedoch wieder zurück. Ursache und Verlauf der Krankheit im Erwachsenenalter stellen auch erfahrene Hautärzte oft vor ein Rätsel.

Was ist ein Seborrhoisches Ekzem?

Das Seborrhoische Ekzem (Seborrhoische Dermatitis) ist ein Hautausschlag der Talgdrüsen der Haut. Hier kommt es zu einer gelb schuppenden und entzündeten Reaktion, die gerade kosmetisch betrachtet sich sehr nachteilig für die betroffene Person gestaltet. Die Talgdrüsen, kleine winzige Beutel, die den Haarfollikel umgeben, sondern den sogenannten Talg (Sebum) ab. Dieser schmiert und versorgt die Haut sowie das Haar und dient dem Feuchtigkeitsschutz. Der Talg setzt sich aus folgenden Bestandteilen zusammen:

  • Neutralfette (Triglyceride)
  • Wachse
  • Cholesterin
  • Squalen
  • Freie Fettsäuren

Neben der höheren Wasserfestigkeit reduziert das fetthaltige Sebum auch den Reibungswiderstand der Haut- und Haaroberfläche. Das Ekzem hingegen, vom griechischen Wort „ekzema“ für Aufwallung oder Herausbrodeln, ist eine nicht-infektiöse Entzündungsreaktion, deren charakteristische Abfolge ebenfalls beim Seborrhoisches Ekzem auftritt:

  1. Hautrötung
  2. Bläschenbildung
  3. Nässen
  4. Krustenbildung
  5. Schuppung

Welche Formen der Seborrhoischen Dermatitis werden voneinander unterschieden?

Hautausschläge, wie das Seborrhoisches Ekzem, können verschiedene Krankheitsbilder hervorrufen. Dies sind beim vorliegenden Krankheitsfall folgende Erscheinungsformen:

  1. Seborrhoisches Ekzematid: Ein milder Krankheitsverlauf mit kleinen Plaquebildungen, die nicht ausgeprägt sind. Die Schweissproduktion und Talgsekretion, die Seborrhoe, sind stark ausgeprägt. Des Weiteren kann es zu lokalen Schuppungen und Pigmentverlusten (Hypopogmentierung) kommen.
  2. Herdförmiges Seborrhoisches Ekzem: Deutlich rötliche Entzündungen sowie unregelmässige gelbe Schuppenbildungen in starker Ausprägung. Der symptomatische Krankheitsverlauf ist chronisch und rezidivierend, das heisst immer wiederkehrend.
  3. Disseminiertes Seborrhoisches Ekzem: Diese Verlaufsform tritt ohne erkennbare äussere Ursachen auf und ist subakut bis akut. Entzündungsherde verteilen sich grossflächig und symmetrisch und fliessen teilweise ineinander über. Es kommt zu nässenden und verkrusteten Hauterosionen, die sich über den gesamten Körper verteilen können.
  4. Pityriasiformes Seborrhoisches Ekzem: Es tritt zumeist im Rumpfbereich auf und ähnelt der Röschenflechte (Pityriasis rosea). Die Entzündungsherde sind oval und zusammenfliessend.
  5. Intertriginöse Lokalisation: Sie tritt an Körperstellen auf, die durch stetes Reiben Entzündungsherde ausbilden. Diese Verlaufsform tritt überwiegend an den Achselhöhlen, der weiblichen Brust sowie der Leiste und After auf. Zudem besteht demzufolge Infektionsgefahr in den gereizten Körperbereichen.

Warum tritt das Seborrhoische Ekzem vermehrt auf der Kopfhaut und im Gesichtsbereich auf?

Talgdrüsen, die am entzündlichen und schuppenden Krankheitsverlauf beteiligt sind, befinden sich in hoher Dichte überall dort, wo sich die Körperhaare befinden. Das sind vor allem Körperbereichen wie:

  • Kopfhaut
  • Gesicht
  • Brust
  • Schambereich

Die einzigen oberflächlichen Körperbereiche, in denen sich keine Talgdrüsen befinden, sind die Fusssohlen sowie die Handinnenflächen.

Was sind laut Dermatologie die Ursachen und Symptome für die Dermatitis?

Die bereits zuvor erwähnten unterschiedlichen Krankheitsverläufe führen zu charakteristischen Symptomen, die zugleich das Hauptmerkmal des Seborrhoischen Ekzems sind. Dazu gehören klar abgegrenzte Rötungen sowie gelbliche Schuppenbilder, die vom Schweregrad der Krankheit abhängen. Das Ekzem führt zwar zu Schuppungen, die jedoch nicht mit einem Juckreiz einhergehen. Über die Ursachen des Seborrhoischen Ekzems herrscht in der Dermatologie bisher Unklarheit. Eine verbreitete Hypothese geht davon aus, dass der Prozess der Zellerneuerung in den Hautzellen verkürzt ist. Dies führt zu einer vermehrten Talgproduktion, der Hauptursache des Krankheitsverlaufes. Folgende Risikofaktoren können diese möglicherweise beeinflussen:

  • genetische Prädisposition
  • Pilze und Hefepilze (Malassazia furfur)
  • Hormone und Androgene (Kopfgneis, Testosteron)
  • Infektionen (HIV)
  • neurologische Erkrankungen (Morbus Parkinson)
  • Stress und Kälte
  • Medikamente (Neuroleptika, Interleukin)

Welche Personen und Altersklassen sind von dem Seborrhoischen Ekzem betroffen?

Allgemein treten Ekzeme sehr häufig auf und die Wahrscheinlichkeit, dass eine Person mindestens einmal im Leben von der Hautirritation betroffen ist, beträgt nahezu 100 Prozent. Ekzeme sind eine Hauptbelastung für das Gesundheitssystem, verbunden mit hohen Kosten bei Arbeitsausfällen, Invalidität sowie Umschulungen. Die Prävalenz, also die Krankheitshäufigkeit bei dem Seborrhoischen Ekzem beträgt hingegen etwa fünf Prozent in den westlichen Industrienationen. In Mitteleuropa liegt der Wert zwischen drei und zehn Prozent der Gesamtbevölkerung. Säuglinge sind vom Seborrhoischen Ekzem weniger betroffen als Erwachsene. Hier tritt das Ekzem vermehrt bei Männern zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr auf. Vor allem bei Patienten mit einer erworbenen Immundefizienz (etwaHIV) aber auch bei Morbus-Parkinson-Patienten tritt die Hauterkrankung besonders zutage. Hier sind nahezu 30 bis 80 Prozent der erkrankten Personen vom Ekzem betroffen.

Wie erfolgt die Diagnose einer Seborrhoischen Dermatitis?

Die Untersuchung eines Seborrhoischen Ekzems erfolgt in der Regel bei einem Hautspezialisten, dem Dermatologen, der mit einem festgelegten Fragenkatalog zunächst Entstehung und Beschwerden der vorliegenden Hautirritation zu ergründen versucht. Folgende Fragen können gestellt werden:

  1. Wann kam es zu den vorliegenden Symptomen?
  2. Treten die Beschwerden wiederholt auf?
  3. Wird ein Juckreiz verspürt?
  4. Gab es in der Vergangenheit bereits ähnliche Hautausschläge?
  5. Ist der Patient von anderen Krankheiten betroffen?

Des Weiteren kann der Hautarzt eine Biopsie von einem Pathologen durchführen lassen, um das betroffene Hautareal mikroskopisch zu untersuchen. Typische Merkmale des Seborrhoischen Ekzems sind:

  • Verdickung der Stachelzellschicht (Akanthose)
  • Verhornung der Haut (Parakeratosis)
  • Wassereinlagerungen (Spongiosis)
  • erhöhte Ansammlung von Immunzellen

Wie können Schuppungen und Entzündungen gelindert werden?

Da das Seborrhoische Ekzem zumeist stark von äusseren Faktoren abhängig ist und einen chronischen Verlauf besitzt, gilt es zunächst zu ergründen, was der Auslöser sein könnte. Zumeist wird das Ekzem durch Stressabbau und Hautpflege behandelt und klingt von selbst wieder ab. Weitere Behandlungsmöglichkeiten zur äusseren Anwendung sind:

  1. Keratolytika: Shampoo und Haarwaschmittel zur Behandlung der Kopfhaut mit Selen, Zink sowie Harnstoff, Salicylsäure und anderen
  2. Antimykotika: Antipilzmittel, die Entzündungen des Hefepilz Malassezia reduzieren sollen
  3. Kortikosteroide: zunächst niedrigpotent angewendete kortisonhaltige Präparate wie Shampoo, Lotion und Cremes
  4. Lithium: entzündungshemmende Wirkung, in Form von Salben verabreicht

Zur Behandlung des Kopfgneises bei Babys oder bei Kindern hat sich zur Beruhigung von entzündeten Flecken Mandel- oder Olivenöl bewährt. Aus Untersuchungen weiss man, dass homöopathische Mittel Ekzeme ebenfalls beruhigen. Dazu zählen Bachblüten, Schüssler-Salze, Kamille sowie andere Hausmittel und Heilpflanzen.

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