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Systemischer Lupus erythematodes: Die Schmetterlingskrankheit hat viele Gesichter

Ein roter, schmerzhafter Ausschlag im Gesicht ist ein häufiges Bild bei Menschen mit systemischem Lupus erythematodes. Kurz SLE oder auch Lupus genannt, hat die Krankheit mit dem umständlichen Namen viele Erscheinungsformen. Die wichtigsten Fragen rund um Autoimmunkrankheiten, über Symptome, die Behandlung und den Verlauf, über Medizin und Ernährung bei Lupus haben wir dir hier zusammengestellt.

Mehr als nur schmerzhafte Hautveränderungen: Was ist systemischer Lupus erythematodes?

Experten teilen den Lupus in zwei Formen auf. Der kutane Lupus erythematodes hat nur Auswirkungen auf die Haut. Bei der zweiten Form, dem systemischen Lupus erythematodes, gehören neben Hautveränderungen auch Symptome und Schäden an verschiedenen inneren Organen zum Krankheitsbild. Genau genommen aber ist die Autoimmunerkrankung kein einheitliches Krankheitsbild. Der Begriff bezeichnet ein ganzes Spektrum verschiedener Krankheitsbilder, die bei jedem Patienten unterschiedlich stark – oder gar nicht – auftreten können. Die Krankheit wird zur Gruppe der Kollagenosen gezählt, zu denen auch das Sjögren-Syndrom oder die Dermatomyositis gehören. Eine Kollagenose ist eine Entzündung im Bindegewebe. Die Krankheit Lupus ist recht selten und ist chronisch: Sie begleitet den Patienten ein Leben lang. Bei Frauen im frühen und mittleren Erwachsenenalter tritt sie häufiger auf als bei Männern. In der Schweiz haben geschätzt 3000 Personen diese Krankheit, rund 90 Prozent davon sind weiblich.

Die Diagnose: Wie erkennt man Lupus?

Die ersten Anzeichen für Lupus können recht unterschiedlich ausfallen – und viele Symptome können auch von zahlreichen anderen Krankheiten ausgelöst werden. Die häufigsten Anzeichen, die auf Lupus erythematodes hindeuten können, sind:

  • Müdigkeit, Erschöpfung, Abgeschlagenheit
  • Gewichtsverlust
  • Fieber
  • Frösteln
  • geschwollene Lymphknoten
  • roter Hautausschlag in Schmetterlingsform, der sich über die Nase hinzieht: Rund 50 Prozent der Patienten haben diesen lichtempfindlichen Ausschlag; der wird Schmetterlingserythem genannt wird
  • Gelenkschmerzen
  • Muskelentzündungen
  • Nieren-, Gefäss- oder Bauchfellentzündungen
  • Veränderungen der Werte der Leber
  • Sehstörungen
  • Blutarmut

Diagnostik und Behandlung: Wer behandelt Lupus erythematodes?

Um die Diagnose systemischer Lupus erythematodes zu stellen, sind mehrere Schritte nötig. Spezialisiert sind Fachpersonen unterschiedlicher Bereiche, etwa der Dermatologie, Rheumatologie, Immunologie, aber auch Psychologen und weitere medizinische Fachpersonen. Kontakte bekommst du zum Beispiel bei den kantonalen Rheumaligen. Die Diagnose erfolgt in diesen Schritten:

  1. Arztgespräch: Der Mediziner erfragt die Vorgeschichte und Symptome.
  2. Hautuntersuchung: Genaue Betrachtung von geröteten und veränderten Hautpartien, gegebenenfalls wird hier eine Biopsie gemacht, also eine Probe genommen und untersucht.
  3. verschiedene Blutuntersuchungen: Diese stellen die Diagnose sicher.

Erhärtet sich der Verdacht auf SLE, kommen weitere Untersuchungen in Betracht, zum Beispiel eine Ultraschalluntersuchung innerer Organe, ein EKG, Röntgenuntersuchung oder bei neurologischen Auffälligkeiten eine Magnetresonanztomografie (MRT). Welche Untersuchungen zum Einsatz kommen, ist abhängig von den Veränderungen und Beschwerden, die der Patient zeigt.

Ursachen: Wer bekommt Lupus?

Die Forschung nimmt an, dass der Auslöser für die Beschwerden des Lupus eine Art Fehlsteuerung der körpereigenen Abwehr ist. Ursachen dafür sind wiederum genetische Veranlagungen, kombiniert mit weiteren Faktoren, die den Ausbruch des Lupus begünstigen. Das Immunsystem greift körpereigene Strukturen an, etwa in der Haut oder bei den inneren Organen. Operationen und schwere Verletzungen, Stress, Rauchen und bestimmte Medikamente können Ursachen für Lupusschübe sein oder den Verlauf verschlechtern. Auch bestimmte Bakterien können die Krankheit auslösen oder Schübe verstärken.

Welchen Grad der Behinderung gibt es bei Lupus erythematodes?

Nach der Diagnostik folgt oft der Papierkrieg: Wenn die Krankheit das Erwerbsleben erschwert, die Reduktion des Arbeitspensums unverzichtbar wird, dann muss für die Ermittlung des IV-Grades ein Experte hinzugezogen werden. Du solltest dich im Vorfeld eingehend beraten lassen, um hier mögliche finanzielle Einbussen zu vermeiden. Hilfe dazu gibt es zum Beispiel bei pro infirmis, den kantonalen Rheumaligen oder beim Sozialdienst im Spital.

Medizin und Ernährung: Was tun bei Lupus?

Die Behandlung der chronischen Krankheit soll Symptome lindern und eine Verschlechterung des Zustandes und Folgekrankheiten vermeiden. Vorbeugen lässt sich der Lupus nicht. Wichtig ist es, individuelle Faktoren und Ursachen herauszufinden, die Schübe auslösen oder verstärken.

  • Bei der Diagnostik hilft ein Symptomtagebuch.
  • Für die Hautveränderungen verschreibt der Arzt Kortisonpräparate als Salbe oder Creme.
  • Gegen Gelenkschmerzen, vergleichbar der Arthritis, kommen eventuell Tabletten in Frage. Das ist mit der medizinischen Fachperson im Einzelfall zu besprechen.
  • Die Antimalariamittel Hydroxychloroquin und Chloroquin sollen die Aktivitäten des körpereigenen Abwehrsystems beeinflussen.

Für die Ernährung gibt es kein festgelegtes Diätkonzept, aber: Eine ausgewogene, gesunde Mischkost mit vielen Vitaminen und Mineralien ist wichtig. Achte auch auf die ausreichende Kalzium-Zufuhr. Rauchen sollte generell eingestellt werden, es kann Schübe verstärken. Stattdessen sind moderate Bewegung und ein möglichst stressarmer Lebenswandel hilfreiche Möglichkeiten, den Verlauf zu begleiten und eventuell abzumildern. Die lichtempfindliche Haut muss vor Sonnenlicht geschützt werden.

Wie wirkt sich die Autoimmunkrankheit auf Lebenserwartung und -qualität aus?

Je nach Ausprägung und Intensität der Schübe kann die Krankheit unterschiedlich schwer verlaufen. Leichte bis schwerste Fälle sind denkbar. Die meisten Lupus-Patienten haben heute eine annähernd gleiche Lebenserwartung wie gesunde Personen. Häufige Komplikationen gibt es aber in Form von Herz- und Gefässkrankheiten oder Infektionen. Deshalb ist es besonders wichtig, auf den Lupus mit Stressreduktion und gesunder Ernährung sowie einer angepassten Lebensweise Rücksicht zu nehmen.